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Hier werden Fremde zu Freunden

 

 

Bei der Jubiläumsfeier des Vereins „Freunde für Fremde“ lobt OB Frank Mentrup dessen Beitrag für Solidarität und Menschlichkeit

 

Karlsruhe. Hassido Saré ist Malermeister. Ein selbstständiger Handwerker mit einem eigenen Betrieb, eigentlich nichts Außergewöhnliches in Karlsruhe. Dennoch würde er vermutlich nicht im Rahmen einer Talkrunde im Tollhaus beim Verein „Freunde für Fremde“ über seinen Werdegang erzählen, wäre eben dieser Verein nicht gewesen. Saré kam als 18-Jähriger aus Burkina Faso, sprach nur französisch und fand im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) Hilfe. Der Verein „Freunde für Fremde“ hat jetzt seinen 25. Geburtstag gefeiert.

 

Hassido Saré traf im IBZ auf die Lehrerin Anette Haeusler, die sich bei den „Freunden für Fremde“ engagiert. Mit ihr zusammen lernte er deutsch, legte dann den Hauptschulabschluss ab, später die Gesellenprüfung als Maler und schloss auch die Meisterprüfung erfolgreich ab. Saré ist ein Beispiel für die Arbeit eines Vereins, der vor 25 Jahren mit dem Ziel gegründet wurde „das Miteinander zwischen Geflüchteten, Migranten und Migrantinnen und Einheimischen zu fördern und zu stärken im Sinne einer Stadtgesellschaft der Vielfalt und des friedlichen Miteinanders“, wie es Marion Schuchardt, die Vorsitzende des Vereins, in ihrer Begrüßung des Publikums im Tollhaus formulierte.

 

Eine Arbeit, die auch Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) in seinem Grußwort würdigte. „Sie leisten mit ihrem Verein seit 25 Jahren einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag für mehr Menschlichkeit und interkulturelle Verständigung hier in Karlsruhe“, sagte Mentrup, der auch das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder als ein „leuchtendes Beispiel für Solidarität und Nächstenliebe“ hervorhob.

 

Dieses Engagement sei heute mehr denn je gefordert, „um in allen Bereichen für eine menschenfreundliche Migrationspolitik einzutreten“, wie Christiane Schmaltz in ihren Vortrag zu dem Thema „Menschenrechte auf der Flucht“ sagte. Die Richterin am Bundesgerichtshof (BGH), die zuvor am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg tätig war, machte deutlich, dass die Rechtsprechung, sowohl in Deutschland als auch in Europa, eindeutig sei.

 

Hier ist klar geregelt, dass jeder Mensch das Recht auf soziale Sicherheit und Teilnahme am kulturellen Leben hat. „Die Realität“, so Schmaltz, „sieht immer noch anders aus. Aber wir dürfen diese menschenrechtlichen Rahmenbedingungen auch in einer sogenannten Flüchtlingskrise und vor allem dann nicht aus den Augen verlieren, wenn Rechtspopulisten Hass gegen und Angst vor Geflüchteten schüren“, so Schmaltz unter dem Beifall der Besucherinnen und Besucher im voll besetzten großen Saal im Tollhaus.

 

Musikalische Beiträge aus Afghanistan, Äthiopien und Deutschland rundeten das Programm einer Veranstaltung ab, die Angelika Steffen, die stellvertretende Vorsitzende der „Freunde für Fremde“ als sehr gelungen bezeichnete, „auch weil so viele Menschen unserer Einladung gefolgt sind, ihre Solidarität zeigen und mit uns zusammen feiern“.

 

 

 

 

 

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